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Dossier

Gas, Heizöl, Fernwärme, Strom: So entwickeln sich die Preise

Was ist neuIm August 2026 war leichtes Heizöl laut Statistischem Bundesamt 49,6 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Strom (minus 5,5 Prozent), Erdgas (minus 2,9 Prozent) und Fernwärme (minus 1,0 Prozent) wurden etwas günstiger. Die Gasspeicher sind vor dem Winter weniger voll als in den Vorjahren, die Versorgung gilt laut Bundesnetzagentur trotzdem als stabil.

Was heißt das für dich

  • Heizt dein Haus mit Öl, rechne mit einer höheren Abrechnung für 2026. co2online schätzt für eine 70-m²-Wohnung rund 24 Prozent mehr als 2025.
  • Bei Gas und Fernwärme sind die Preise im Vorjahresvergleich leicht gesunken. co2online warnt aber, dass gestiegene Großhandelspreise Ende 2026 oder 2027 durchschlagen könnten.
  • Nach einer Abrechnung können du und dein Vermieter die monatliche Vorauszahlung in Textform auf eine angemessene Höhe anpassen.
  • Eine freiwillig höhere Vorauszahlung schützt dich vor einer großen Nachzahlung auf einen Schlag.
  • Heizöl vs. Vorjahr+41,1 %September 2026 gegenüber September 2025: teurer
  • Gas vs. Vorjahr−3,4 %September 2026 gegenüber September 2025: günstiger
  • Fernwärme vs. Vorjahr−1,0 %September 2026 gegenüber September 2025: günstiger
  • Strom vs. Vorjahr−5,5 %September 2026 gegenüber September 2025: günstiger

Verbraucherpreisindex (HVPI). Quelle: Eurostat, prc_hicp_minr, Stand September 2026, abgerufen am 29.10.2026; eigene Berechnung, Eurostat ist dafür nicht verantwortlich.

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Preis-Radar: Heizöl, Gas, Fernwärme und StromVerbraucherpreise in Deutschland, Index 2025 gleich 100, von April 2024 bis September 2026. Heizöl: 137,3 Punkte, +41,1 % gegenüber September 2025. Gas: 96,5 Punkte, −3,4 % gegenüber September 2025. Fernwärme: 99,3 Punkte, −1,0 % gegenüber September 2025. Strom: 94,6 Punkte, −5,5 % gegenüber September 2025.

So haben sich die Verbraucherpreise für Heizöl, Gas, Fernwärme und Strom in Deutschland entwickelt. Die graue gestrichelte Linie bei 100 ist der Durchschnitt des Jahres 2025. Ein Wert von 120 heißt: 20 Prozent teurer als 2025 im Schnitt. Der Index zeigt die Preisentwicklung, nicht deine Rechnung.

Quelle: Eurostat, HVPI (prc_hicp_minr), Stand September 2026, abgerufen am 29.10.2026. Auswahl und Darstellung: wohnung-besser-heizen.de, Eurostat ist für diese Darstellung nicht verantwortlich (Nutzungsbedingungen). „Fernwärme“ umfasst in dieser Statistik auch sonstige Wärme (COICOP CP0455). Die Reihen zum Herunterladen: Daten zum Zitieren.

Werte als Tabelle
Verbraucherpreisindex je Monat, 2025 = 100
MonatHeizölGasFernwärmeStrom
Sep 2026137,396,599,394,6
Aug 2026123,397,599,394,5
Jul 2026118,097,499,294,7
Jun 2026113,297,698,694,8
Mai 2026117,598,098,695,0
Apr 2026120,698,498,695,4
Mär 2026116,197,898,695,7
Feb 202696,997,598,896,0
Jan 202696,297,798,996,9
Dez 202596,499,9100,499,7
Nov 202599,4100,0100,499,9
Okt 202596,9100,0100,3100,0
Sep 202597,399,9100,3100,0
Aug 202597,499,9100,4100,1
Jul 202599,899,9100,3100,0
Jun 202599,399,899,5100,0
Mai 202598,599,999,5100,0
Apr 2025100,3100,299,699,9
Mär 2025102,2100,399,8100,2
Feb 2025105,5100,299,8100,1
Jan 2025107,2100,199,7100,1
Dez 2024104,0100,6101,1101,6
Nov 2024105,1100,4101,1101,5
Okt 2024106,8100,4101,4101,5
Sep 2024105,8100,7102,5101,7
Aug 2024108,3101,0102,0101,8
Jul 2024109,8101,6102,2102,0
Jun 2024109,1102,099,6102,4
Mai 2024109,3102,699,8102,4
Apr 2024112,1103,599,5102,5

Gasspeicher in Deutschland

61,7 % gefüllt

152,7 TWh von 247,4 TWh Speicherkapazität. Stand: Gastag 27.10.2026 (geschätzter Wert).

In 7 Tagen um 0,7 Prozentpunkte gestiegen (von 61,1 % am 20.10.2026).

Derselbe Tag in den Vorjahren

  • 202661,7 %
  • 202575,2 %
  • 202498,0 %
  • 202399,0 %
  • 202298,0 %

Das sind 13,4 Prozentpunkte weniger als am 27.10.2025.

Verlauf der letzten zwölf Monate

Füllstand der Gasspeicher in Deutschland, letzte zwölf MonateFüllstand der deutschen Gasspeicher in Prozent, wöchentlich vom 28.10.2025 bis 27.10.2026. Die Gasspeicher in Deutschland waren am Gastag 27.10.2026 zu 61,7 Prozent gefüllt (152,7 TWh). Am selben Tag ein Jahr zuvor waren es 75,2 Prozent. Der niedrigste Wochenwert in diesem Zeitraum waren 20,5 Prozent am 24.02.2026.

Der Füllstand zeigt, wie viel Gas in den deutschen Speichern liegt, gemessen an dem, was hineinpasst. Über den Sommer wird eingespeichert, im Winter entnommen. Ein Gastag läuft von 6 Uhr bis 6 Uhr des Folgetags, die Werte erscheinen mit ein bis zwei Tagen Verzug.

Quelle: GIE AGSI+ (Gas Infrastructure Europe, agsi.gie.eu), Stand: Gastag 27.10.2026, abgerufen am 29.10.2026. Auswahl und Darstellung: wohnung-besser-heizen.de. GIE übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten (Hinweise von GIE).

Zum Zitieren: Datenseite mit allen Werten, Download (CSV, JSON) und Zitiervorschlag.

Werte als Tabelle
GastagFüllstandein Jahr zuvor
27.10.202661,7 %75,2 %
20.10.202661,1 %75,4 %
13.10.202660,4 %75,8 %
06.10.202659,3 %76,1 %
29.09.202657,9 %76,7 %
22.09.202657,0 %76,5 %
15.09.202656,0 %75,8 %
08.09.202655,0 %74,2 %
01.09.202653,6 %72,5 %
25.08.202651,5 %69,4 %
18.08.202650,1 %67,4 %
11.08.202648,7 %65,2 %
04.08.202647,3 %62,9 %
28.07.202646,4 %60,2 %
21.07.202645,5 %58,0 %
14.07.202644,7 %55,8 %
07.07.202643,3 %54,8 %
30.06.202641,7 %50,9 %
23.06.202639,2 %48,8 %
16.06.202637,3 %46,3 %
09.06.202635,3 %44,1 %
02.06.202633,0 %41,6 %
26.05.202630,6 %38,8 %
19.05.202628,5 %37,8 %
12.05.202628,1 %36,2 %
05.05.202627,2 %34,7 %
28.04.202625,1 %32,6 %
21.04.202623,8 %31,4 %
14.04.202623,1 %30,0 %
07.04.202622,8 %29,3 %
31.03.202622,2 %29,1 %
24.03.202622,3 %29,0 %
17.03.202621,8 %28,9 %
10.03.202621,6 %31,5 %
03.03.202620,8 %32,5 %
24.02.202620,5 %36,1 %
17.02.202622,3 %39,3 %
10.02.202625,6 %47,0 %
03.02.202630,0 %52,4 %
27.01.202635,1 %57,4 %
20.01.202640,5 %61,1 %
13.01.202644,6 %69,6 %
06.01.202651,8 %76,3 %
30.12.202557,1 %79,8 %
23.12.202560,6 %82,3 %
16.12.202562,1 %83,4 %
09.12.202564,3 %87,1 %
02.12.202566,3 %89,8 %
25.11.202569,3 %92,2 %
18.11.202573,7 %94,4 %
11.11.202574,7 %96,2 %
04.11.202575,3 %97,9 %
28.10.202575,2 %98,0 %

Was der Füllstand für dich heißt

Der Füllstand ist nicht dein Preis. Was du für Gas zahlst, steht im Vertrag deines Versorgers oder, bei einer Zentralheizung, in dem deines Vermieters. Ob höhere Großhandelspreise bei den Kunden ankommen, hängt laut Bundesnetzagentur davon ab, wie die Lieferanten einkaufen und was in den Verträgen steht. Was Preisänderungen für deine Vorauszahlung und die Abrechnung bedeuten, steht unter Energiepreise: Was das für deine Nebenkosten heißt.

Einschätzung der Bundesnetzagentur vom 01.10.2026: Die Füllstände seien deutlich niedriger als in den Vergleichszeiträumen vergangener Jahre. Die Gasversorgung sei stabil, die Gefahr einer angespannten Versorgung gering. Ein vergleichsweise niedriger Füllstand am Ende des Winters sei wahrscheinlich, sparsamer Umgang mit Gas bleibe wegen der erhöhten Preise sinnvoll.

Quelle der Einschätzung: Bundesnetzagentur, aktuelle Lage der Gasversorgung, geprüft am 01.10.2026. Die Einschätzung wird von Hand gepflegt, nicht automatisch.

Was die Zahlen zeigen

Das Statistische Bundesamt vergleicht jeden Monat die Verbraucherpreise mit dem Vorjahresmonat. Im August 2026 lag Haushaltsenergie insgesamt 0,7 Prozent unter August 2025. Das liegt daran, dass Strom, Erdgas und Fernwärme günstiger wurden, während leichtes Heizöl um 49,6 Prozent zulegte. Heizöl hat am Budget für Haushaltsenergie nur einen kleinen Anteil, deshalb zieht es den Durchschnitt kaum nach oben. Für Haushalte mit Ölheizung ist es trotzdem ein deutlicher Sprung.

Die rückläufigen Preise bei Strom, Gas und Fernwärme führt Destatis teilweise auf Entlastungen zurück, die die Bundesregierung seit Jahresbeginn umgesetzt hat. Heizöl und Kraftstoffe folgen dagegen dem Rohölmarkt, der seit dem Iran-Krieg deutlich teurer ist.

Die Kacheln und das Diagramm oben zeigen die Entwicklung über mehrere Jahre, jeweils mit dem Durchschnitt 2025 als 100. Liegt eine Linie bei 120, ist der Preis 20 Prozent höher als im Schnitt 2025. Sie stammen aus dem europäischen Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) von Eurostat. Der rechnet mit anderer Abgrenzung und Gewichtung als der deutsche Verbraucherpreisindex, auf den sich Destatis bezieht. Deshalb weichen die Prozentwerte voneinander ab, beim Heizöl deutlich. Die Richtung ist dieselbe: Heizöl viel teurer, Strom, Gas und Fernwärme etwas günstiger.

Gasspeicher vor dem Winter

Den Füllstand der deutschen Gasspeicher zeigt der Kasten oben. Die Werte kommen von der Transparenzplattform AGSI+ des Verbands Gas Infrastructure Europe (GIE) und werden zweimal pro Woche neu eingelesen. Am Gastag 29. September 2026 waren die Speicher zu 57,9 Prozent gefüllt, am selben Tag ein Jahr zuvor zu 76,7 Prozent und 2024 zu 96,1 Prozent. Alle Wochenwerte als Tabelle und zum Herunterladen stehen auf der Datenseite zum Gasspeicher.

Die Bundesnetzagentur hält die Versorgung in ihrer Lagebewertung vom 1. Oktober 2026 trotzdem für gesichert: Entscheidend sei das Zusammenspiel aus Pipelineimporten, Flüssiggas, Speichern, Infrastruktur und Nachfrage. Sie rechnet aber mit einem niedrigen Füllstand am Ende des Winters und empfiehlt, sparsam mit Gas umzugehen.

Der Füllstand ist kein Preisschild. Ob höhere Großhandelspreise bei dir ankommen, hängt laut Bundesnetzagentur davon ab, wie die Lieferanten einkaufen und was in den Verträgen steht.

Was das für deine Nebenkosten heißt

Deine Heizkosten zahlst du als Mieter meist über eine monatliche Vorauszahlung. Einmal im Jahr kommt die Abrechnung. Steigen die Preise stark, reicht die Vorauszahlung nicht mehr und es droht eine Nachzahlung.

Nach § 560 Abs. 4 BGB darf jede Seite nach einer Abrechnung die Vorauszahlung in Textform auf eine angemessene Höhe anpassen. Der Vermieter kann also erhöhen, du kannst senken, wenn die letzte Abrechnung ein deutliches Guthaben ergeben hat. Ohne Abrechnung geht das nicht. Freiwillig mehr zahlen kannst du jederzeit, wenn dein Vermieter einverstanden ist.

Wie viel Heizkosten für deine Wohnungsgröße normal sind, zeigt Heizkosten pro Quadratmeter. Der Nachzahlungs-Check unten schätzt grob, ob deine Vorauszahlung für 2026 reicht.

Das kannst du tun

  • Nimm die letzte Abrechnung und prüf sie mit der Anleitung unter Heizkostenabrechnung prüfen.
  • Schätz mit dem Nachzahlungs-Check, ob eine Nachzahlung droht, und leg den Betrag monatlich zurück oder vereinbare eine höhere Vorauszahlung.
  • Heiz bewusst. Die wirksamsten Schritte stehen unter Richtig heizen.
  • Kannst du eine Nachzahlung nicht bezahlen, sprich früh mit dem Vermieter über Raten und lass dich vom Mieterverein beraten.

Nachzahlungs-Check: Reicht deine Vorauszahlung?

Trag deine Heizkosten aus der letzten Abrechnung und deine monatliche Vorauszahlung für Heizung und Warmwasser ein. Der Check rechnet mit der Veränderung, die co2online für 2026 schätzt. Das ist eine grobe Schätzung, kein Ergebnis für deine Wohnung: Wetter, dein Verbrauch und dein Tarif können alles verschieben.

Schätzung Heizkosten 2026–
Vorauszahlungen im Jahr–
Differenz–

Die Rechnung startet, sobald JavaScript läuft. Ohne JavaScript: Heizkosten 2025 mal (1 + Veränderung in Prozent) und mit zwölf Vorauszahlungen vergleichen.

Veränderung je Energieträger: Schätzung von co2online für eine 70-m²-Wohnung im Mehrfamilienhaus, 2026 gegenüber dem Abrechnungsjahr 2025 (Heizspiegel 2026). Eine höhere Vorauszahlung kannst du freiwillig vereinbaren; wann der Vermieter sie anpassen darf, steht unter § 560 BGB einfach erklärt.

Quellen

  1. Destatis, Pressemitteilung Nr. 320 vom 10.09.2026: Inflationsrate im August 2026 bei +2,9 % (Stand 30.09.2026)
  2. Bundesnetzagentur: Aktuelle Lage der Gasversorgung in Deutschland (Lagebewertung vom 01.10.2026) (Stand 01.10.2026)
  3. GIE AGSI+ (Gas Infrastructure Europe): Füllstand der Gasspeicher in Deutschland (Stand 01.10.2026)
  4. co2online: Heizen wird teurer, neuer Heizspiegel zeigt Sparpotenziale (22.09.2026) (Stand 30.09.2026)
  5. § 560 BGB: Veränderungen von Betriebskosten (Stand 30.09.2026)

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