Dossierim Verfahren
CO2-Preis 2026 und 2027, ETS2 ab 2028: Was das beim Heizen kostet
Was heißt das für dich
- Bei 55 bis 65 Euro je Tonne stecken in jeder Kilowattstunde Gas rund 1,2 bis 1,4 Cent CO2-Preis, in jedem Liter Heizöl rund 17 bis 21 Cent, jeweils mit Mehrwertsteuer.
- Einen Teil davon übernimmt dein Vermieter, je nachdem wie viel CO2 das Haus pro Quadratmeter ausstößt.
- Heizt du mit einer eigenen Gasetagenheizung, holst du dir den Vermieteranteil selbst zurück, innerhalb von zwölf Monaten.
- Ab 2028 bildet sich der Preis am europäischen Markt. Eine feste Obergrenze wie beim nationalen Korridor gibt es dort nicht.
| CO2-Preis | Erdgas, ct/kWh netto | Erdgas, ct/kWh brutto | Heizöl, ct/l netto | Heizöl, ct/l brutto |
|---|---|---|---|---|
| 55 €/t | 1,00 | 1,19 | 14,7 | 17,5 |
| 65 €/t | 1,18 | 1,40 | 17,4 | 20,7 |
Der Stand für 2026
Seit 2021 kostet der Ausstoß von CO2 beim Heizen mit Gas und Heizöl Geld. Die Versorger kaufen dafür Zertifikate und geben den Preis über die Energierechnung weiter. Für 2026 legt § 10 Abs. 2 BEHG erstmals keinen Festpreis fest, sondern einen Korridor: mindestens 55, höchstens 65 Euro je Tonne.
Die erste Versteigerung am 1. Juli 2026 endete laut Deutscher Emissionshandelsstelle beim Höchstpreis von 65 Euro. Die Nachfrage war so groß, dass knapp die doppelte Menge zugeteilt und der letzte geplante Termin im Oktober gestrichen wurde.
2027: voraussichtlich wieder 55 bis 65 Euro
Die Bundesregierung will den Korridor von 55 bis 65 Euro auch 2027 beibehalten. Der Gesetzentwurf (Drucksache 21/7869) wurde am 24. September 2026 im Bundestag in erster Lesung beraten und an den Umweltausschuss überwiesen. Beschlossen ist er noch nicht. Ohne die Änderung würde sich der Preis 2027 aus dem schwankenden Durchschnittspreis des europäischen Emissionshandels für Industrie und Energie ergeben.
Ab 2028: europäischer Emissionshandel ETS2
Den EU-Emissionshandel für Gebäude und Straßenverkehr hat die Verordnung (EU) 2026/667 in Artikel 2 auf 2028 verschoben. Dann entscheidet der Markt über den Preis. Wie hoch er liegt, sagt heute keine der Quellen verbindlich. Deshalb nennen wir hier auch keine Zahl.
Was das pro Kilowattstunde heißt
Die Tabelle rechnet den CO2-Preis auf die Einheit deiner Rechnung um: Kilowattstunde bei Gas, Liter bei Heizöl. Grundlage sind die amtlichen Standardwerte, mit denen Versorger ihre Emissionen berichten. Für deinen eigenen Betrag nimmst du den Jahresverbrauch von der Abrechnung mal den Wert aus der Tabelle. Beispiel: 10.000 kWh Gas mal 1,40 Cent sind 140 Euro im Jahr.
Das kannst du tun
- Such in deiner Heizkostenabrechnung die CO2-Kosten und die Einstufung des Hauses. Ob sie stimmt, prüfst du mit dem CO2-Kosten-Rechner.
- Wie das Stufenmodell funktioniert und welche Ausnahmen es gibt, steht unter CO2-Kostenaufteilung.
- Hast du eine eigene Gasetagenheizung, fordere den Vermieteranteil in Textform an. Wie das geht, steht unter Gasetagenheizung.
- Wird in deinem Haus eine neue Gas- oder Ölheizung eingebaut, gelten ab 2028 eigene Regeln: siehe Heizungsgesetz 2026.
Quellen
- § 10 BEHG: Veräußerung von Emissionszertifikaten, Preiskorridor 2026 (Stand 30.09.2026)
- DEHSt: Erste Versteigerung im nEHS erfolgreich durchgeführt (Stand 30.09.2026)
- Deutscher Bundestag: CO2-Preis soll 2027 stabil gehalten werden (1. Lesung, 24.09.2026) (Stand 30.09.2026)
- Verordnung (EU) 2026/667, Art. 2: Verschiebung des Emissionshandels für Gebäude und Straßenverkehr (Stand 30.09.2026)
- EBeV 2030, Anlage 2: Standardwerte zur Berechnung von Brennstoffemissionen (Stand 30.09.2026)
Passt dazu
- CO2-Kostenaufteilung: Wie viel der Vermieter zahlen mussJe schlechter das Haus gedämmt ist, desto mehr CO2-Kosten zahlt der Vermieter: bis zu 95 Prozent. Stufentabelle, Rechenbeispiel und 3 Prozent Kürzungsrecht.
- Gasetagenheizung in der Mietwohnung: Kosten, Pflichten, CO2-GeldGas zahlst du selbst, Reparaturen meist der Vermieter, Wartung nur laut Mietvertrag. Und den Vermieteranteil am CO2-Preis musst du selbst zurückfordern.
- Heizungsgesetz 2026: Was das Gebäudemodernisierungsgesetz für Mieter ändertDie 65-Prozent-Regel ist weg, Gas- und Ölheizungen sind wieder erlaubt. Dafür kommen Biotreppe und ab 2028 halbe-halbe bei den CO2-Kosten.