Wohnung besser heizen

Smarte Thermostate in der Mietwohnung: was du darfst

Kurz und knappIn der Regel ja. Laut co2online musst du den Vermieter nicht vorher informieren, wenn du die Thermostatköpfe auf eigene Kosten tauschst. Die Verbraucherzentrale bestätigt, dass du in der Mietwohnung selbst tauschen darfst. Bewahr die alten Köpfe auf und bring sie beim Auszug wieder an. Regelt dein Mietvertrag das Thema eigens, frag vorher nach. co2online nennt rund 10 Prozent Ersparnis.

Darfst du das als Mieter?

In der Regel ja. co2online schreibt, dass Mieter den Vermieter nicht vorher informieren müssen, wenn sie Heizungsthermostate auf eigene Kosten austauschen. Die Verbraucherzentrale formuliert es so: In einer Mietwohnung kannst du das Thermostat auch selbstständig austauschen.

Beide Quellen nennen dieselbe Bedingung. Die alten Thermostatköpfe gehören zur Wohnung und sind Eigentum des Vermieters. Du musst sie aufbewahren und beim Auszug wieder anbringen. Leg sie in einen beschrifteten Beutel zu den Mietunterlagen, nicht in den Keller neben die Weihnachtsdeko.

Die Grenze ist klar: Du tauschst nur den Kopf, also das Teil, an dem du drehst. Das Ventil darunter gehört zur Heizungsanlage. Ist es beschädigt, undicht oder klemmt der Stift dauerhaft, informierst du den Vermieter.

Was im Mietvertrag stehen kann

Die Aussagen von co2online und Verbraucherzentrale sind allgemeine Hinweise. Sie ersetzen nicht den Blick in deinen Mietvertrag. Steht dort eine eigene Regel zu Einbauten, Veränderungen an der Heizung oder ausdrücklich zu Thermostaten, frag vor der Montage beim Vermieter nach. Am besten schriftlich, dann hast du die Antwort auch beim Auszug noch.

Widerspricht der Vermieter oder bist du dir unsicher, ob eine Klausel wirksam ist, prüfen der örtliche Mieterverein oder die Verbraucherzentrale das im Einzelfall. Das kostet weniger Nerven als ein Streit über die Kaution.

Montage in zehn Minuten

Der Tausch selbst ist kein Hexenwerk. Laut Herstelleranleitung geht die Montage ohne Ablassen von Heizungswasser und ohne Eingriff in das Heizungssystem. Welcher Adapter auf dein Ventil passt und wie du den alten Kopf abnimmst, steht Schritt für Schritt in der Anleitung Heizkörperthermostat wechseln.

Was sie sparen

co2online nennt für programmierbare Thermostate im Schnitt rund 10 Prozent weniger Heizkosten. Umgerechnet sind das nach co2online etwa 105 Euro pro Jahr in einer 70-Quadratmeter-Wohnung, gerechnet mit Werten aus dem Heizspiegel 2025 (Abrechnungsjahr 2024) für eine Gas-Zentralheizung. Dahinter steckt eine einfache Regel: Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart nach Verbraucherzentrale etwa 6 Prozent Energie.

Zwei Einschränkungen solltest du kennen, bevor du rechnest:

  • Es kommt auf dich an. Die Ersparnis entsteht, weil das Gerät nachts und bei Abwesenheit selbst absenkt. Wer schon jetzt jeden Morgen und Abend von Hand runterdreht, gewinnt vor allem Komfort. Wer nie runterdreht, spart am meisten.
  • In der Mietwohnung mit Zentralheizung sparst du nur beim Verbrauchsanteil. Nach § 7 der Heizkostenverordnung werden mindestens 50 und höchstens 70 Prozent der Heizkosten nach Verbrauch verteilt, der Rest nach Fläche. Den Flächenanteil zahlst du unabhängig davon, wie clever dein Thermostat ist.

Und eine Untergrenze: Die Verbraucherzentrale rät, Räume nicht unter 16 Grad abkühlen zu lassen, damit sich kein Schimmel bildet. Ein Thermostat, das auf 12 Grad programmiert ist, spart zwar, kann dir aber später eine Diskussion über Schimmel einbringen. Welche Temperaturen sinnvoll sind, steht unter optimale Raumtemperatur, zur Absenkung über Nacht mehr unter Nachtabsenkung.

Was sie kosten

Art Preis laut Quelle
Einfaches programmierbares Thermostat ab etwa 10 Euro (Verbraucherzentrale) bzw. 15 Euro (co2online)
Komplexere programmierbare Ausführung meist 50 bis 90 Euro (co2online)
Smart-Home-fähiges Thermostat ab etwa 40 Euro (Verbraucherzentrale)
Fensterkontakt ab etwa 25 Euro (Verbraucherzentrale)

Manche Systeme brauchen für die App-Steuerung zusätzlich eine Zentrale, die Homematic-IP-Anleitung nennt etwa einen Access Point. Rechne also pro Heizkörper plus Zentrale. Bei fünf Heizkörpern und einem Verbrauchsanteil von 50 bis 70 Prozent dauert es eine Weile, bis sich ein teures System bezahlt macht.

Batterien, App und Daten

Batterien: Programmierbare Thermostate laufen meist mit Batterien. Die Verbraucherzentrale rechnet mit einem Wechsel etwa alle ein bis zwei Jahre.

App und Funk: co2online nennt als Funkwege WLAN, DECT oder Bluetooth. Fortgeschrittene Modelle lassen sich laut co2online per App auch von unterwegs einstellen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt Smartphone oder Tablet als Bedienteil.

Daten: Ein smartes Thermostat weiß, wann du zu Hause bist. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale rät zu verschlüsselter Funkübertragung, regelmäßigen Software-Updates und einem Blick in die Datenschutzerklärung des Herstellers. Das BSI hat 2024 zehn smarte Heizkörperthermostate untersucht. Die meisten erfüllten grundlegende Sicherheitsanforderungen, einzelne Geräte und Apps hatten aber Lücken, etwa unverschlüsselte Übertragung. Neun von zehn Herstellern sagten nicht zu, wie lange sie Sicherheitsupdates liefern. Das BSI rät, persönliche Daten sparsam einzugeben.

Kurz-Check vor dem Kauf

  • Mietvertrag auf eine eigene Regel zu Thermostaten geprüft?
  • Hersteller und Typ des Ventils notiert, passender Adapter dabei?
  • Zentrale nötig oder reicht Bluetooth oder WLAN?
  • Update-Zusage und Datenschutzerklärung des Herstellers gelesen?
  • Beutel für die alten Köpfe bereit?
  • Ungenutzte Räume nicht unter 16 Grad programmiert?

Wie die Stufen am alten, mechanischen Thermostat funktionieren, erklärt der Artikel zu den Thermostat-Stufen. Bei Streit über Rückbau oder Schäden am Ventil helfen der örtliche Mieterverein oder die Verbraucherzentrale.

Häufige Fragen

Darf der Vermieter mir smarte Thermostate verbieten?

Eine allgemeine Antwort geben die Quellen hier nicht. co2online und die Verbraucherzentrale gehen davon aus, dass du die Köpfe auf eigene Kosten tauschen darfst, solange du die alten aufbewahrst. Steht im Mietvertrag ausdrücklich etwas anderes oder widerspricht der Vermieter, lass das vom Mieterverein oder der Verbraucherzentrale prüfen, bevor du montierst.

Was passiert beim Auszug mit den smarten Thermostaten?

Die Verbraucherzentrale rät, die alten Thermostate unbedingt aufzubewahren, damit du beim Auszug den ursprünglichen Zustand wiederherstellen kannst. Du schraubst die alten Köpfe wieder an und nimmst deine smarten Geräte mit.

Brauchen smarte Thermostate Internet?

Nicht zwingend. co2online nennt als Funkwege WLAN, DECT oder Bluetooth. Fortgeschrittene Modelle lassen sich laut co2online per App auch von unterwegs einstellen. Manche Systeme laufen über eine eigene Zentrale, die Homematic-IP-Anleitung nennt etwa einen Access Point. Was dein Modell braucht, steht in seiner Anleitung.

Mein Heizkörper hat gar keinen Thermostat, nur ein Handrad. Und jetzt?

Dann ist der Vermieter dran. Nach Darstellung der Verbraucherzentrale ist er verpflichtet, alte Handventile durch Thermostatventile zu ersetzen, und das muss ein Fachbetrieb machen. Am Ventil selbst schraubst du nicht.

Quellen

  1. co2online: Smarte Thermostate, Kosten, Einsparung, Vor- und Nachteile
  2. co2online: Thermostate richtig einstellen und bedienen, 12 Tipps
  3. Verbraucherzentrale: Heizkosten sparen, Thermostat richtig einstellen und wechseln
  4. Verbraucherzentrale Energieberatung: Smarte Heizung
  5. BSI: Smarte Heizkörperthermostate weisen IT-Sicherheitsmängel auf (Pressemitteilung 2024)
  6. eQ-3: Installations- und Bedienungsanleitung Homematic IP Heizkörperthermostat HmIP-eTRV-3
  7. § 7 HeizkostenV: Verteilung der Kosten der Versorgung mit Wärme

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