Thermostat-Stufen: Was die Zahlen 1 bis 5 wirklich bedeuten
Die Stufen in Grad Celsius
Ein normaler Thermostatkopf ist kein Gashebel, sondern ein Temperaturregler. Im Inneren sitzt ein Fühler, der sich bei Wärme ausdehnt und das Ventil zudrückt. Mit der Zahl legst du fest, bei welcher Raumtemperatur das passiert.
| Stellung | Raumtemperatur (ungefähr) | Sinnvoll für |
|---|---|---|
| Sternchen / Schneeflocke | 5 bis 6 °C | Frostschutz, beim Stoßlüften |
| 1 | 12 °C | Keller, selten genutzte Räume |
| 2 | 16 °C | Schlafzimmer, Flur, längere Abwesenheit |
| 3 | 20 °C | Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Kinderzimmer |
| 4 | 24 °C | Bad, solange du es benutzt |
| 5 | 28 °C | praktisch nie nötig |
Zwischen zwei Zahlen liegen nach Verbraucherzentrale Hamburg rund 4 Grad, co2online nennt 3 bis 4 Grad. Die kleinen Striche dazwischen sind für die Feineinstellung. Wer es etwas wärmer als 20 Grad mag, dreht einen Strich über die 3 und prüft mit dem Thermometer nach.
Die Werte sind Richtwerte. Thermostatköpfe werden im Werk auf genormte Bedingungen eingestellt, deine Wohnung hält sich nicht daran. Ein billiges Zimmerthermometer in Raummitte zeigt dir in zwei Tagen, welche Stellung bei dir tatsächlich 20 Grad ergibt.
Warum Stufe 5 nicht schneller heizt
Kommst du in eine kalte Wohnung, ist das Ventil auf Stufe 3 bereits vollständig offen, weil der Raum weit unter 20 Grad liegt. Mehr als ganz offen geht nicht. Auf Stufe 5 fließt deshalb kein Tropfen mehr Heizwasser durch den Heizkörper.
Der Unterschied zeigt sich erst später: Auf Stufe 3 beginnt das Ventil bei knapp 20 Grad zu schließen. Auf Stufe 5 heizt es weiter bis 28 Grad. Wer dann das Fenster aufreißt, weil es zu warm ist, hat doppelt bezahlt. Die Verbraucherzentrale Hamburg und co2online sagen dasselbe: Voll aufgedreht wird es nicht schneller warm.
Welche Temperatur in welchem Zimmer?
Das Umweltbundesamt empfiehlt für Wohnräume etwa 20 Grad, für die Küche 18 und fürs Schlafzimmer 17 Grad. Das ist Stufe 3 im Wohnzimmer und etwas darunter in Küche und Schlafzimmer. Welche Werte für Bad, Nacht und Abwesenheit gelten und wo die Schimmelgrenze liegt, steht im Artikel zur optimalen Raumtemperatur.
Typische Fehler am Thermostat
- Zum schnellen Aufheizen voll aufdrehen. co2online bringt es auf den Punkt: Du heizt nicht schneller, sondern nur länger, und zahlst dafür.
- Ständig auf und zu drehen. Der Thermostat regelt selbst. Einmal einstellen, in Ruhe lassen.
- Thermostatkopf verdecken. Laut co2online führen Möbel oder Gardinen vor dem Thermostatventil zu einem Wärmestau. Der Fühler erkennt die Raumtemperatur dann nicht richtig, der Raum bleibt kühler als eingestellt.
- Beim Lüften offen lassen. Das Umweltbundesamt rät, bei abgedrehter Heizung zu lüften. Sonst trifft kalte Luft den Fühler, das Ventil öffnet und heizt nach draußen. Vor dem Stoßlüften auf Sternchen drehen, danach zurück.
- Räume auskühlen lassen, um zu sparen. Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt: Je kälter die Luft, desto weniger Feuchtigkeit nimmt sie auf, und es kann sich Schimmel bilden. Absenken ja, auskühlen nein.
Lohnt sich ein programmierbarer Thermostat?
Wenn du tagsüber regelmäßig außer Haus bist: meistens ja. Programmierbare Thermostatköpfe senken die Temperatur automatisch ab und heizen rechtzeitig wieder auf. Das Umweltbundesamt nennt etwa 10 Prozent Energieersparnis. Was du als Mieter dabei darfst, steht unter smarte Thermostate in der Mietwohnung, die Montage unter Heizkörperthermostat wechseln.
Häufige Fragen
Was bedeutet das Mond-Symbol am Thermostat?
Der Mond steht für die Nachtabsenkung. co2online ordnet ihm etwa 14 Grad zu, er liegt zwischen Stufe 1 und 2. Das Umweltbundesamt hält nachts etwa 18 Grad für ausreichend. Wie weit du absenken kannst, ohne Schimmel zu riskieren, steht im Artikel zur Nachtabsenkung.
Wann sollte ich einen alten Thermostatkopf austauschen?
co2online rät zum Austausch nach etwa 15 Jahren oder wenn sich der Kopf nur noch schwer drehen lässt. Den Kopf darfst du als Mieter selbst wechseln, das Ventil nicht. Wie es geht, steht in der Anleitung zum Heizkörperthermostat wechseln.
Was bedeutet das Sternchen oder die Schneeflocke?
Das ist die Frostschutzstellung. Das Ventil öffnet erst, wenn die Raumtemperatur auf etwa 5 bis 6 Grad fällt. So frieren die Leitungen nicht ein, geheizt wird praktisch nicht.
Warum stimmt die Temperatur im Raum nicht mit der Stufe überein?
Der Fühler misst direkt am Thermostatkopf. Hängt ein Vorhang davor, steht ein Sofa davor oder sitzt der Kopf in einer Nische, staut sich dort Wärme und das Ventil schließt zu früh. Der Raum bleibt dann kühler als eingestellt.
Quellen
Passt dazu
- Heizkörperthermostat wechseln: Schritt für Schritt in der MietwohnungDen Thermostatkopf wechselst du in etwa 10 Minuten, ohne Wasser abzulassen. Welcher Adapter auf dein Ventil passt und was du beim Auszug beachten musst.
- Nachtabsenkung der Heizung: Was du als Mieter selbst regelstNachts reichen etwa 18 Grad, unter 16 Grad steigt das Schimmelrisiko. So senkst du am Thermostat selbst ab und weißt, was der Vermieter zentral darf.
- Optimale Raumtemperatur: Wie warm welches Zimmer sein sollteWohnzimmer 20 Grad, Küche 18, Schlafzimmer 16 bis 18, Bad bis 24 Grad. Die Richtwerte je Raum, die Untergrenze gegen Schimmel und was der Vermieter schuldet.
- Luftfeuchtigkeit in der Wohnung: Welche Werte sind richtig?Ideal sind 40 bis 60 Prozent, im Altbau im Winter unter 50. Ab wann Schimmel droht, wie du mit dem Hygrometer misst und was bei zu hohen Werten hilft.